Kreismedienzentrum Waldshut

 

Analog war einmal!

Umstellung der terrestrischen

TV-Ausstrahlung auf DVB-T
(Digital Video Broadcasting – Terrestrial)

2007 am Hochrhein vollzogen

 

 

Zusammenstellung relevanter Informationen und Links

 

 

Hochrheinschiene stellte am 10. Juli 2007 auf Digital-TV um

 

·                TV-Kabel- und Satellitenempfang und analoger UKW-Rundfunk nicht betroffen

·                Digitaler TV-Empfang bietet in den Empfangsgebieten im westlichen Landkreis

          mehr Kanäle und zumeist bessere Bild- und Tonqualität*

·                Empfang setzt DVB-T-Empfangsteil im Gerät oder ein Zusatzgerät voraus

·                Osten und Norden des Landkreises bleiben zu großen Teilen im „Empfangsschatten“

 

Am 10. Juli 2007 wurde die analoge terrestrische Ausstrahlung auf deutscher Seite (ARD, ZDF, SWR-Fernsehen) in unserer Region eingestellt. Der Antennenempfang mit klassischen Analog-Tunern in TV-Geräten, Video- und DVD-Rekordern ist damit nicht mehr möglich.

 Der neue Standard DVB-T (Digital Video Broadcasting – Terrestrial) ermöglicht es, über die bisher genutzten Kanäle mehr Programme auszustrahlen – in besserer Bild- und Tonqualität. Für die Fernsehzuschauer in Teilgebieten entlang des Hochrheins heißt das: Nach Kauf eines DVB-T-Empfangsgerätes, einer so genannten Set-Top-Box, kann man nun elf statt wie bisher drei öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme empfangen: Das Erste, ZDF, Phoenix, ARTE, 3sat, EinsPlus, die dritten Programme SWR Fernsehen, hr-fernsehen, Bayerisches Fernsehen und WDR Fernsehen sowie im zeitlichen Wechsel KI.KA und ZDFdokukanal. Zum Angebot gehört zudem der MHP(Multimedia Home Platform)-Datendienst ZDFdigitext, der unter anderem Programminformationen bietet. Die kommerziellen Sender beteiligen sich im Südwesten zurzeit nicht an DVB-T und sind deshalb nicht in den Programmbouquets vertreten. Wer seine Fernsehprogramme bereits über Kabel oder Satellit empfängt, ist von der Umstellung nicht betroffen. Auch für die Radiohörer ändert sich nichts.

DVB-T bietet den großen Vorteil, dass in den Kernbereichen der Versorgungsgebiete ein portabler und teilweise mobiler Empfang möglich ist. So können Fernsehprogramme auch mit tragbaren Fernsehgeräten, DVB-T-Karten oder USB-Sticks für Laptop/PC und in Zukunft auch auf Handhelds empfangen werden – zum Beispiel im Garten, im Schwimmbad oder unterwegs. Auch Kabel- und Satellitennutzer können für ihre Zweit- und Drittgeräte von dem neuen digital-terrestrischen System profitieren.

Seit der Umstellung auf digitale TV-Ausstrahlung sendet in unserem Empfangsgebiet nur noch der Sender Hochrhein (ca. 5 Kilometer nördlich von Bad Säckingen). Sämtliche Füllsender (z.B. Bernau, Dachsberg, Häusern, Herrischried, Hohentengen, Klettgau, Laufenburg, Waldshut), die bisher den einwandfreien analogen Empfang für einzelne Teilregionen sichergestellt hatten, wurden abgeschaltet.
Für die Zuschauer heißt das: Wer im Versorgungsgebiet wohnt und die Programme früher über eine herkömmliche Dach- oder Zimmerantenne empfing, benötigt zum TV-Empfang ein Zusatzgerät, sofern dieses Gerät nicht bereits über einen DVB-T-Tuner verfügt. Eine so genannte Set-Top-Box wird – wie z.B. auch ein Videorekorder – zwischen Antenne und herkömmlichem Fernseher angeschlossen und ist im Handel zu einem Preis ab ca. 50 Euro erhältlich.

Versorgungsgebiet/Empfangbarkeit: Die Empfangsprognose-Karte lässt für den Landkreis Waldshut den Schluss zu, dass im Westkreis (Wehr – Bad Säckingen – Laufenburg) überwiegend guter Digitalempfang (oft bereits über Stabantenne am Gerät bzw. Zimmerantenne) möglich sein wird, während mit zunehmendem Abstand zu Bad Säckingen kein Empfang möglich ist bzw. mindestens eine Außen- oder Dachantenne benötigt wird. In den sehr schwierigen Empfangslagen insbesondere auch in Tal-Lagen des nördlichen Kreisgebietes (z.B. Todtmoos, St. Blasien, Menzenschwand, Bonndorf, Grafenhausen) und im Osten (z.B. Teile Tiengens, Stühlingen, Jestetten) ist teilweise gar kein Empfang mehr möglich - es gibt keine flächendeckende terrestrische Versorgung mehr. In diesem Fall bleibt nur noch der Empfang über Kabel oder Satellit – der Kauf einer Set-Top-Box erübrigt sich.

Auf Anfrage schrieb uns hierzu Herr Dangel von der Abteilung Programmverbreitung des SWR unter anderem: „Die Neugestaltung des Sendernetzes in Baden-Württemberg lässt sich leider nur mit Einschränkungen durchführen. In einigen Gebieten ist der Empfang von DVB-T durch die topographisch schwierige Lage nicht möglich. Aufgrund eines Beschlusses der Intendanten von ARD und ZDF werden bei DVB-T keine Füllsender aufgebaut und somit wird es auch keine terrestrische Vollversorgung mehr geben. Betrachtet man den finanziellen Aufwand und die Anzahl derer, die noch über die Antenne fernsehen, so steht dies in keinem Verhältnis zueinander. Da die öffentlich-rechtlichen Programme beispielsweise auch über Kabel und Satellit allgemein empfangbar sind, steht die Einstellung der analogen terrestrischen Fernsehversorgung im Einklang mit dem geltenden Rundfunkrecht. Eine Grundversorgung ist gesichert, wenn der Empfang der Programme über einen anderen Übertragungsweg gewährleistet ist.
Um realer zu werden: In den von Ihnen angeführten Standorten wird zukünftig kein ausreichendes DVB-T Signal verfügbar sein. Eine Ausnahme bleibt die Gemeinde Grafenhausen. Dort wird ab Ende 2007 ein DVB-T Signal, über eine Dachantenne vom Senderstandort Donaueschingen empfangbar, eine Verbesserung bringen. Zu weiteren terrestrischen Empfangsverbesserungen wird es in dieser Region leider nicht kommen.“

Antennenausrichtung: Im Kerngebiet ist der Empfang im Gebäude mit einer einfachen Teleskop- oder Zimmerantenne möglich. Sollte dies nicht ausreichen, können auch so genannte aktive Zimmerantennen (mit Verstärker) oder einfache Außenantennen im Freien (z.B. vor dem Fenster) eingesetzt werden. Auch der Empfang mit bestehenden oder neuen Dachantennen ist möglich. Dachantennen müssen dann neu ausgerichtet werden, wenn Sie Ihre Programme bisher nicht vom leistungsstarken Grundnetzsender Bad Säckingen, sondern über einen analogen Füllsender empfangen haben.

* Bessere Bildqualität für die meisten Empfangssituationen

Ausnahme: Wenn Sie bisher absolut einwandfreien analogen Empfang (z.B. in Sendernähe) hatten, wird sich die Bildqualität etwas verschlechtern. Der Grund liegt in der bei der digitalen Übertragung notwendigen Komprimierung des Bildsignals, bei der über aufwändige mathematische Verfahren die für das menschliche Auge nicht wahrnehmbaren Inhalte weggelassen werden. Allerdings ist in bestimmten Bildsituationen und bei genauem Hinsehen der Unterschied deutlich zu bemerken (Klötzchenbildung oder Unschärfe). Dafür gehören Bildrauschen und Geisterbilder durch Reflektionen der Vergangenheit an.
Siehe hierzu auch:
*   DVB-T-Technik: Basisinformationen (Wikipedia)

 Schweizer TV-Programm: Bereits seit Mai 2006 sendet die SRG in der Deutschschweiz parallel zu den analogen Sendesignalen vier Programme digital nach dem DVB-T-Standard: Neben den beiden deutschsprachigen Programmen SF 1 und SF 2 die beiden ersten Programme der anderen Sprachregionen TSR 1 und TSI 1. Die Schweizer Sender sind in weiten Bereichen der Hochrheinschiene empfangbar. Die analoge Ausstrahlung wird in der Deutschschweiz wurde noch bis zum 26. November 2007 parallel aufrechterhalten; jetzt ist nur noch Digital-Empfang möglich.

Die insgesamt 7 Fernsehprogramme der SRG SSR können über die Satelliten Eutelsat Hotbird 8 und 7A überall in der Schweiz empfangen werden. Aus urheberrechtlichen Gründen ist die Ausstrahlung jedoch codiert und darf nur von in der Schweiz wohnhaften Personen und von Schweizer Haushalten im Ausland decodiert werden. Zur Decodierung benötigt man eine Sat-Access-Karte (Bezug über die SRG).

 

DVB-T Programmbelegung in der Region Südwest 1)

 ARD Das Erste

 ZDF

 Südwest Fernsehen Rheinland-Pfalz

 3sat

 ARTE

 hr-fernsehen

 ZDF dokukanal

 Phoenix

 Ki.Ka

 WDR Fernsehen

 ZDFdigitext

 Bayerisches Fernsehen

 Eins Plus

 


Verfügbarkeit der Sender

ARD Das Erste; ZDF; ZDF dokukanal; ZDFdigitext; 3sat; ARTE; Phoenix; Ki.Ka; hr-fernsehen; Südwest Fernsehen;

WDR Fernsehen; Bayerisches Fernsehen; Eins Plus;

 

1) Die Angaben über mögliche Programmbelegungen sind völlig unverbindlich.
    Quelle: INFOSAT / Bildquelle: www.stuttgart.de

 

 

 

Links: Informationen zu DVB-T

 

*     Pressemeldung: Umstellung am Hochrhein

*     Empfangsprognosen nach Postleitzahl bzw. Wohnort für DVB-T

*     DVB-T im Südwesten

*     Jetzt startet DVB-T: DasÜberallFernsehen

*     SWR: Größere TV-Programmvielfalt

*     DVB-T in Baden Württemberg: Keine flächendeckende terrestrische Versorgung mehr

*     DVB-T-Technik: Basisinformationen (Wikipedia)

 

Informationen zu DVB-T in der Schweiz

*     www.broadcast.ch
*     www.digitalesfernsehen.ch
windows media player icon     DVB-T-Trailer

 

Zusammenstellung/Aktualisierung: R. Schöps / 09.11.08