Heinz Rühmann

7.3.1902 - 3.11.1994


Heinz Rühmann war einer der ganz großen Sympathieträger des deutschen Films, ein hinreißender Komödiant, der die leisen Töne liebte. Niemand hat so wie er den kleinen, gewitzten Mann, den schwachen und doch mutigen Rebellen verkörpert. Unvergessen bleibt vor allem seine Rolle als Pfeiffer in "Die Feuerzangenbowle".

Geboren wurde Rühmann 1902 in Essen als Sohn eines Hoteliers. Mit 17 Jahren verließ er das Gymnasium, um in München Schauspielunterricht zu nehmen. Bereits ein Jahr später debütierte er im Breslauer Lobetheater. Seither stand Heinz Rühmann unzählige Male auf der Bühne und drehte über 100 Filme. 1993, ein Jahr vor seinem Tod, stand er zum letzten Mal für Wim Wenders Film "In weiter Ferne so nah" vor der Kamera.

 

 

 

Die Feuerzangenbowle   (Video-Kassette)

Verleihnummer 4253135                         Standort: Waldshut-Tiengen


 Vier alte Herren erinnern sich bei einer dampfenden Feuerzangenbowle vergnügt an die Streiche ihrer Schulzeit. Dem Benjamin ihrer feucht-fröhlichen Runde, Dr. Johannes Pfeiffer, ist ihre prustende Heiterkeit allerdings unverständlich: Der Ärmste war nie auf einer Schule, sondern hatte nur einen Hauslehrer. Um ihm nachträglich zu zeigen, was ihm damit entgangen ist, heckt man gemeinsam einen verrückten Plan aus.
 Einige Tage danach kreuzt im Gymnasium einer verträumten Kleinstadt ein "Neuer" auf. Die anderen Oberprimaner amüsieren sich sehr über seine komische Schülermütze; Professor Grey, genannt Schnauz, findet ihn etwas albern, aber bald zeigt sich, dass dieser Pfeiffer es faustdick hinter den Ohren hat. Vor allem Schnauz bekommt das zu spüren, als er die alkoholische Gärung im Chemieunterricht mit selbst gebrautem Heidelbeerwein demonstrieren will. Ein Streich jagt den anderen, und nur Professor Bömmel findet mitunter Mittel und Wege, um Pfeiffer zu bremsen. Mit Eva, des Schuldirektors hübscher Tochter, in die er sich inzwischen verliebt hat, hat Pfeiffer allerdings gewisse Probleme. Sie glaubt ihm einfach nicht, wer er wirklich ist - ein Grund mehr, hinter seine Pennälerlaufbahn einen Schlusspunkt zu setzen, der es noch einmal in sich hat...

 Nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Spoerl entstand 1944 unter der Regie von Helmut Weiss dieser deutsche Komödien-Klassiker mit hervorragenden Darstellern und originellem Wortwitz. Unvergesslich: Paul Henckels als Professor Bömmel und dessen einleuchtende Erklärung der "Dampfmaschin". Interessantes am Rande: Rühmann spielte die gleiche Rolle zuvor schon in "So ein Flegel", und 1970 versuchte sich Helmut Käutner an einem Remake (mit Walter Giller in der Hauptrolle), das aber mit dem unverwüstlichen Original nicht mithalten kann.

Regie: Helmut Weiss, Buch: Heinrich Spoerl, Kamera: Ewald Daub, Ewald Daub und Igor Oberberg, Musik: Werner Bochmann. Mit: Karin Himboldt, Heinz Rühmann, Hilde Sessak, Erich Ponto, Paul Henckels, Hans Leibelt, Hans Richter, Lutz Götz, Max Gülstorff, Margarete Schön.

   

Produktionsjahr: 1944

Länge: 94 Minuten, sw

 

 

Der Hauptmann von Köpenick  - als  16mm-Film und DVD-

Verleihnummer 3251200                    Standort: Waldshut-Tiengen und Bad Säckingen

 Verleihnummer 4650076 (DVD)        Standort: Waldshut-Tiengen


Der Schuster Voigt, der sich im Gefängnis vorbildlich verhalten hat, wird entlassen. Aber in der Freiheit kommt er in einen Teufelskreis: Ohne Arbeit keine Papiere, ohne Papiere keine Arbeit. Schließlich kauft er bei einem Trödler eine alte Hauptmannsuniform, nimmt eine Gruppe von Soldaten unter sein Kommando und besetzt das Rathaus von Köpenick, in der Hoffnung, so die notwendigen Papiere zu bekommen. Die Uniform und der Schuster gehen ihren Weg - und beide nach unten: Am Anfang des Films wird sie beim Hofschneider einem Hauptmann angemessen. Da dieser den Dienst quittieren muss, wird sie im gleichen Salon dem Oberbürgermeister von Köpenick und Oberleutnant der Reserve Obermüller aufgeschwätzt. Beim eiligen Anziehen reißt seine Frau ein Loch hinein, und nun landet sie beim Schneider, wird –geflickt- von Fräulein Wormser zum Ball getragen und mit Sekt begossen. Nun ist der Weg zum Trödler nicht mehr weit. Und ebenso ergeht es dem Schuster Voigt: Er hat zwar eine kurze Bleibe beim Schwager Hoprecht und scheint ins bürgerliche Leben zurückgefunden zu haben, wird dann aber erneut der Heimat verwiesen. Nach Lieskens Tod hält ihn nichts mehr und es treibt ihn vor das Schaufenster vom Trödler, und auf dem gemeinsamen Tiefpunkt vermählen sie sich: Die Uniform und der Schuster.

Heinz Rühmanns Darstellung dieser ernsten Rolle trägt maßgeblich zum Niveau dieses Filmes bei. Wer je an seiner Fähigkeit zu ernsten Rollen zweifelte, muss sich von diesem Film überzeugen lassen. Spätestens danach war er nicht nur als Komiker, sondern auch als Schauspieler eine Institution. Die Szene, in der er dem sterbenskranken Mädchen Liesken aus Grimms Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" vorliest, ist einer der Höhepunkte der Schauspielkunst.


Lexikon des internationalen Films: Eine hervorragend gespielte Tragikomödie, aufgehellt durch komische Momente und warmen Humor, dicht in Milieuzeichnung und Atmosphäre, hervorragend gespielt. Eine satirische Lektion über die Allgewalt der Uniform in Preußen, die eine Weltanschauung ad absurdum führt.


Kölner Stadt-Anzeiger: Dies ist eine der besten deutschen Filmkomödien, eine geistreiche, witzige Ironisierung der Allgewalt der preußischen Uniform.

Oscar-Nominierung 1956 für "Der Hauptmann von Köpenick" (Bester Auslandsfilm).                            

Produktionsjahr: 1956

Länge: 93 Minuten, Farbe

 

Unterrichtsmaterial zum Hauptmann von Köpenick  

 

WEITERFÜHRENDE LINKS

 

Heinz Rühmann und seine Filme
 

Heinz Rühmann - Dirk Jasper Filmstarlexikon
www.dem.de/entertainment/stars/h/heinz_ruehmann.html

 

Heinz Rühmann
www.prisma-online.de/tv/person.html

 

Heinz-Rühmann-Gedenkseite

http://www.ruehmann-heinz.de/Hauptseite.htm

Heinz-Rühmann-Biografien in Buchform

Franz Josef Görtz/Hans Sarkowics:
Heinz Rühmann. 1902 - 1994. Der Schauspieler und sein Jahrhundert.
C.H. Beck-Verlag, München, 370 Seiten.


Torsten Körner:
Ein guter Freund. Heinz Rühmann Biographie
Aufbau Verlag, Berlin, 479 Seiten.


Fred Sellin:
Ich brech' die Herzen... Das Leben des Heinz Rühmann.
Rowohlt Verlag, Hamburg, 414 Seiten.